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Cilostazol

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Hinweis: Diese Seite bietet allgemeine Informationen zu Pletal (cilostazol). Sie ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Was ist Pletal? Wirkstoff, Klasse und Hauptanwendung

Pletal ist der Markenname des Medikaments Cilostazol. Es gehört zur Wirkstoffgruppe der Phosphodiesterase-III-Hemmer (PDE-3-Inhibitoren). Diese Substanz beeinflusst den Fluss des Blutes in den Gefäßen und wirkt auf die Blutplättchen, die für die Blutstillung verantwortlich sind.

Der primäre Zweck von Cilostazol besteht darin, Durchblutungsstörungen der Beine zu behandeln, insbesondere bei der Erkrankung, die als periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) mit Claudicatio intermittens bekannt ist. Ziel ist es, Beschwerden beim Gehen zu lindern und die Gehstrecke zu verbessern, damit Alltagsaktivitäten erleichtert werden.

In Deutschland ist Pletal in der Regel ein Arzneimittel, das nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich ist. Je nach lokalen Regeln kann ein Rezept erforderlich sein, bevor das Medikament aus der Apotheke abgegeben wird. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung des individuellen Krankheitsbildes.

Cilostazol wirkt auf zwei Ebenen: Es erweitert die Blutgefäße in den Beinen und vermindert die Anlagerung von Blutplättchen, was das Risiko kleiner Gerinnsel im Gefäßsystem leicht beeinflussen kann. Diese kombinierten Effekte können die Durchblutung verbessern und damit die Belastbarkeit in den Beinen unterstützen.

Welche Erkrankungen und Symptome behandelt Pletal?

Der zentrale Anwendungsbereich von Cilostazol ist die Behandlung der Claudicatio intermittens infolge einer pAVK. Dadurch wird die Belastbarkeit bei Gehstrecken oft erhöht und die Gehschwierigkeiten können sich verringern. Die Therapie richtet sich in der Regel an Patientinnen und Patienten, bei denen andere Behandlungsansätze nicht ausreichend wirken.

Typische Symptome, die durch Pletal beeinflusst werden können, umfassen Schmerzen oder Brennen in den Beinen bei Belastung, aber auch eine allgemeine rasche Ermüdung der Beine oder ein unangenehmes Gefühl der Kälte in den Gliedmaßen. Die Symptome treten häufig beim Gehen auf und bessern sich in Ruhe. Ziel der Behandlung ist es, diese Beschwerden zu lindern und die Aktivität zu erleichtern.

Pletal wird nicht zur Behandlung von akuten Durchblutungsstörungen eingesetzt. Die Therapie ist dafür gedacht, langfristig Begleiterscheinungen einer peripheren Durchblutungsstörung zu verbessern. Wenn sich Ihre Beschwerden verschlechtern oder neue Beschwerden auftreten, sollten Sie zeitnah ärztliche Beratung suchen.

Darüber hinaus wird Cilostazol häufig als Teil eines umfassenden Behandlungsplans genutzt, der Lebensstilmaßnahmen wie Rauchstopp, Bewegungstherapie und riskante Risikofaktoren adressiert. Die Wirkung ist von individuellen Faktoren abhängig und kann Zeit benötigen, um spürbar zu werden.

Wie wirkt Cilostazol im Körper?

Cilostazol gehört zur Gruppe der PDE-3-Hemmer. Durch Hemmung dieses Enzyms steigt der cAMP-Spiegel in bestimmten Blutzellen und glatten Gefäßzellen an, was mehrere Effekte gleichzeitig auslöst. Die Blutplättchenneigung zur Verklumpung wird vermindert, und die glatte Muskulatur der Gefäßwände entspannt sich.

Auf diese Weise bewirkt Cilostazol eine bessere Durchblutung in den Beinen, insbesondere bei Belastung. Gleichzeitig kann es zu einer leichten Erweiterung der Beinarterien kommen, wodurch der Blutfluss verbessert wird. Die Kombination aus verbesserter Strömung und geringerer Blutplättchenaktivität unterstützt das Gehen über längere Strecken.

Die Wirkungen entstehen nicht von heute auf morgen. Patientinnen und Patienten berichten oft, dass sich eine bessere Gehfähigkeit erst nach einigen Wochen einstellen kann. Geduld, regelmäßige Einnahme und eine enge Abstimmung mit dem behandelnden Arzt sind wichtige Bausteine der Therapie.

Es ist wichtig zu beachten, dass Cilostazol nicht bei allen Patientinnen und Patienten gleich wirkt. Begleitende Erkrankungen, Begleitmedikation und individuelle Stoffwechselprozesse können die Ausprägung der Wirkung beeinflussen. Prüfen Sie regelmäßig mit Ihrem Arzt, ob die Behandlung noch sinnvoll ist und angepasst werden muss.

Anwendung und Dosierung von Pletal

Nehmen Sie Pletal genau so ein, wie es Ihr Arzt verordnet hat. Halten Sie sich an die festgelegte Dosis und vermeiden Sie eigenständige Änderungen, ohne Absprache mit dem betreuenden Arzt oder Apotheker. Auch bei stabilen Beschwerden kann eine regelmäßige Überprüfung der Behandlung sinnvoll sein.

Die übliche Behandlung erfolgt in der Regel als zweifache tägliche Einnahme. Der Arzt legt die Kontrolle der Dosis fest und kann Anpassungen vornehmen, je nachdem, wie gut die Beschwerden kontrolliert werden und welche Begleiterkrankungen bestehen. Die Einnahme wird in vielen Fällen lebenslang fortgeführt, sofern der Nutzen die Risiken überwiegt.

Die Einnahme kann zeitlich unabhängig von Mahlzeiten erfolgen, doch der behandelnde Arzt kann eine bestimmte Regel empfehlen, um die Verfügbarkeit und Wirksamkeit zu optimieren. Halten Sie den regelmäßigen Einnahmetakt ein, um möglichst gleichmäßige Wirkspiegel zu erzielen.

Wenn eine Dosis vergessen wird, nehmen Sie sie nicht sofort nach, sondern setzen Sie die nächste geplante Einnahme zum gewohnten Zeitpunkt fort. Doppelte Dosen sollten vermieden werden, es sei denn, es wird ausdrücklich von Ihrem Arzt anders angeleitet. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Apotheker oder Arzt.

Wer sollte Pletal nicht einnehmen?

Gegenanzeigen umfassen bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Cilostazol oder einem der Hilfsstoffe im Medikament. Auch eine bestehende schwere Beeinträchtigung der Leberfunktion kann die Anwendung ausschließen oder eine engmaschige Überwachung erfordern.

Schwere oder instabile Herzprobleme, insbesondere instabile oder fortgeschrittene Herzinsuffizienz, stellen eine Gegenanzeige dar. Zudem kann Cilostazol die Blutungsneigung erhöhen; daher ist besondere Vorsicht bei Blutungsneigungen oder bei gleichzeitigem Einsatz blutverdünnender Therapien geboten.

Schwangere oder stillende Personen sollten die Frage einer Behandlung sorgfältig mit dem behandelnden Arzt besprechen. Wenn Sie Kindheit oder Jugendalter betreffen, ist eine Rücksprache mit dem Arzt notwendig, da es hierzu spezifische Hinweise geben kann. Bei bekannten Unverträglichkeiten gegen Bestandteile des Präparats ist die Einnahme zu vermeiden.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Gegenanzeige vorliegt, klären Sie dies stets vor Beginn der Behandlung mit Ihrem Arzt ab. Die sichere Anwendung hängt von Ihrer individuellen Krankengeschichte ab, und nur eine persönliche Einschätzung kann Ihnen verlässlich Auskunft geben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen während der Behandlung

Vor Beginn der Therapie sollten Sie dem Arzt alle relevanten Erkrankungen, Allergien und alle regelmäßig eingenommenen Arzneimittel mitteilen. Eine vollständige Übersicht hilft, Wechselwirkungen zu vermeiden und Risiken abzuschätzen.

Cilostazol kann das Risiko von Blutungen erhöhen, insbesondere wenn Sie gleichzeitig blutverdünnende Medikamente, Aspirin oder andere Thrombozytenhemmer verwenden. Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Sie Anzeichen ungewöhnlicher Blutung oder Blutergüsse bemerken.

Verschiedene Arzneimittel können die Wirkung von Cilostazol beeinflussen, vor allem solche, die das Enzymsystem CYP3A4 oder CYP2C19 betreffen. Ihr Apotheker kann eine Risikoabwägung vornehmen und gegebenenfalls eine Anpassung der Behandlung vorschlagen.

Achten Sie auf neue oder sich verschlechternde Symptome wie Brustschmerzen, ungewöhnliche Kurzatmigkeit, Ohnmacht oder stark erhöhte Kopfschmerzen. In solchen Fällen suchen Sie medizinische Hilfe auf, um ernste Ereignisse auszuschließen oder frühzeitig zu behandeln.

Mögliche Nebenwirkungen von Pletal

Wie bei vielen Medikamenten können Nebenwirkungen auftreten. Die häufigsten Beschwerden betreffen das zentrale Nervensystem, den Magen-Darm-Trakt und das Herz-Kreislauf-System, sind aber nicht bei jedem Patient sichtbar.

Häufige Nebenwirkungen umfassen Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Magenbeschwerden, Müdigkeit sowie eine vorübergehende Veränderung des Pulses. In den meisten Fällen sind diese Effekte mild und vorübergehend, doch sollten sie den Alltag beeinträchtigen, ist eine Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll.

  • Kopfschmerzen
  • Durchfall oder Bauchbeschwerden
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Beschleunigte Herzfrequenz oder Palpitationen
  • Schwellung von Händen oder Füßen (Ödeme)

Weniger häufig, aber ernsthaft: Hautausschläge, Leberwertveränderungen oder andere Anzeichen einer allergischen Reaktion. Suchen Sie sofort medizinische Hilfe, wenn Sie Anzeichen eines schweren Hautausschlags, Atemnot oder Gelbsucht bemerken.

Bei schweren oder anhaltenden Beschwerden sollten Sie nicht eigenständig die Behandlung fortsetzen. Ihr Arzt entscheidet über notwendige Anpassungen oder einen Abbruch der Behandlung.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln

Informieren Sie alle behandelnden Gesundheitsdienstleister über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate, die Sie einnehmen. Wechselwirkungen können die Wirkung von Cilostazol verstärken oder abschwächen.

Wichtige potenzielle Interaktionen ergeben sich insbesondere mit Substanzen, die das gleiche Enzymsystem (CYP3A4 oder CYP2C19) betreffen. Ihr Arzt oder Apotheker kann prüfen, ob eine Anpassung der Dosierung oder ein Wechsel der Medikation sinnvoll ist.

Bestimmte Antibiotika, Antimykotika, Grapefruitsaft oder Johanniskraut können Einfluss auf den Ablauf der Behandlung haben. Sprechen Sie bei Einnahme solcher Mittel mit Ihrem Apotheker, bevor Veränderungen auftreten oder neue Medikamente begonnen werden.

Achten Sie darauf, Alkohol in Maßen zu konsumieren, da dieser mit Kreislaufreaktionen interagieren kann. Falls Sie regelmäßig Alkohol trinken oder vereinzelt schwere Mengen zu sich nehmen, ist dies der richtigen Zeitpunkt für eine ärztliche Rücksprache.

Pletal in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Cilostazol in der Schwangerschaft ist nicht uneingeschränkt belegt. In der Regel erfolgt eine Abwägung von Nutzen und Risiken zwischen Patientin und behandelndem Arzt, und eine Ausführung der Behandlung wird nur bei eindeutig notwendigem Nutzen in Erwägung gezogen.

Bei stillender Mutter ist unklar, in welchem Umfang Cilostazol in die Muttermilch übergeht. Wenn eine Schwangerschaft oder Stillzeit vorliegt oder geplant ist, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen, um eine sichere Entscheidung zu treffen.

Falls keine dringende medizinische Indikation besteht, wird möglicherweise von einer Behandlung während der Schwangerschaft oder Stillzeit abgesehen. Die individuelle Beurteilung durch den betreuenden Arzt ist hier ausschlaggebend.

Verlassen Sie sich nicht auf allgemeine Ratschläge aus dem Internet. Die sichere Anwendung während der Schwangerschaft oder Stillzeit hängt von Ihrer persönlichen Situation ab und sollte in enger Abstimmung mit einer Fachperson erfolgen.

Häufig gestellte Fragen zu Pletal

Kann ich Pletal sofort nach dem Arztbesuch beginnen?

Ja, in der Regel darf die Behandlung nach einer ärztlichen Verschreibung beginnen. Der Arzt wird die passende Dosis und Dauer festlegen und Sie regelmäßig überwachen, um Nutzen und Risiken abzuwägen.

Wie lange dauert es, bis Pletal wirkt?

Die Wirkung setzt schrittweise ein und kann mehrere Wochen dauern, bevor eine deutliche Veränderung der Beschwerden spürbar ist. Geduld und regelmäßige Einnahme sind wichtige Bausteine der Therapie.

Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?

Wenn Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie nicht sofort nach, sondern setzen Sie die nächste geplante Einnahme zum üblichen Zeitpunkt fort. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie wiederholt eine Dosis vergessen.

Ist Pletal mit Kaffee, Alkohol oder Grapefruitsaft sicher?

Grapefruitsaft kann Einfluss auf den Abbau des Medikaments haben. Alkohol kann den Blutdruck sowie das Befinden beeinflussen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie Nahrungsmittel und Getränke am besten in Ihre Behandlung integrieren.

Wie lange soll Pletal dauerhaft eingenommen werden?

Die Dauer der Behandlung hängt vom individuellen Krankheitsverlauf ab. Ihr Arzt wird regelmäßig prüfen, ob der Nutzen weiterhin besteht und ob Anpassungen erforderlich sind.

Was tue ich, wenn ich Blutungen bemerke?

Blutungen jeder Art sollten ernst genommen werden. Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, vor allem, wenn sie ungewöhnlich stark oder untypisch auftreten.

Ist Pletal sicher bei anderer Herz-Kreislauf-Erkrankung?

Jede Begleiterkrankung erfordert eine individuelle Abwägung. Besprechen Sie vor Beginn der Behandlung alle relevanten Erkrankungen mit Ihrem Arzt, damit Risiken richtig eingeschätzt werden können.

Kann Pletal während der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden?

Eine Behandlung während Schwangerschaft oder Stillzeit erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Bitte sprechen Sie dies im Vorfeld detailliert mit Ihrem Arzt ab.

Können auch Kinder Pletal verwenden?

Bei Kindern wird Cilostazol nicht in allen Fällen empfohlen. Die Entscheidung hängt von der individuellen Situation ab. Konsultieren Sie den Kinderarzt oder Spezialisten, um die Eignung zu klären.

Was tun bei Nebenwirkungen?

Bei stärkerer oder bleibender Nebenwirkung sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren. In schweren Fällen oder bei Anzeichen einer allergischen Reaktion ist eine sofortige medizinische Abklärung notwendig.

Muss ich regelmäßig Blutuntersuchungen machen lassen?

Je nach Krankheitsbild und Begleiterkrankungen kann der Arzt Blutuntersuchungen anordnen, um die Wirkung und eventuelle Nebenwirkungen zu überwachen. Befolgen Sie die Empfehlungen Ihres Behandlers.

Weitere Informationen und Ansprechpartner

Zusätzliche Informationen erhalten Sie im Beipackzettel Ihres Medikaments. Dort finden Sie detaillierte Hinweise zu Wechselwirkungen, Lagerung und konkreten Anweisungen für Ihre Packung.

Ihr Apotheker kann Ihnen bei Fragen zur Einnahme, zu möglichen Nebenwirkungen und zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten helfen. Vereinbaren Sie eine Rücksprache, wenn Sie neue Medikamente beginnen oder Ihre Behandlung ändern möchten.

Bei Unsicherheit oder notfallähnlichen Beschwerden suchen Sie bitte umgehend den nächstgelegenen medizinischen Versorgungsort auf. Im Notfall kann eine schnelle medizinische Abklärung helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen.

Beachten Sie, dass offizielle Patienteninformationen und Beipackzettel stets die maßgebliche Quelle sind. Fragen Sie bei Unklarheiten nach offiziellen Unterlagen oder klären Sie Unstimmigkeiten mit Ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker ab.

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Katharina Albrecht
Medizinisch überprüft von
Katharina Albrecht
Dr. med., Fachärztin für Klinische Pharmakologie